pits Wochenschau

 

34-17

  • „Es vergeht kein Tag, an dem Martin Schulz nicht sagt, er wolle Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland werden. Diesen Anspruch kann er glaubwürdig aber nur mit einem Richtungswechsel nach links begründen“, schreibt Brigitte Fehrle, Spitzenjournalistin der„Berliner Zeitung“ (4.8.). Und fügt hinzu: „Es wäre ehrlich und mutig, dem Volk dies vor der Wahl nicht nur zu sagen, sondern auch zu erklären.“ 
  • Altersarmut? Aktuell bestehe kein Anlass für eine dramatische Interpretation der Lage Älterer, interveniert eine Stellungnahme der Deutschen Bank. Die Zahl der Empfänger von Grundsicherung im Alter sei im Laufe des vorigen Jahres sogar um 2,5 % gesunken. Auch der geringe Anteil der Personen im Rentenalter, die auf Sozialhilfe angewiesen sind, spreche dagegen. Das sind lediglich 3 % der Rentner. Eine Problembetrachtung müsse sich auf die 15 Mio in der Wirtschaft produktiven Nettosteuerzahler zu konzentrieren, „die den Karren primär ziehen“. Die Hälfte davon ist unter 45 Jahre alt. Diese 8 Mio würden im Laufe der nächsten 20 Jahre allmählich ins Lager derjenigen wechseln, die zu hundert Prozent getragen werden müssen. An diesen, letztlich den besonders Talentierten und Tüchtigen unter ihnen, hänge im Grunde alles, die komplette Zahlungsfähigkeit Deutschlands, die Steuereinnahmen, um den ganzen Verwaltungsapparat, Polizei und Militär, Schul- und Hochschulwesen, Gerichtswesen, Infrastruktur usw. usf. finanzieren zu können.  
  • Trotzdem würden Politiker ihre Wähler mit Rentenversprechen ködern. Vor allem die SPD setzt im Wahlkampf voll auf die rentenpolitische Debatte. Keine Anhebung des Renteneintrittsalters, ein stabiles Rentenniveau von 48 % und ein höherer Bundeszuschuss für die Gesetzliche Rentenversicherung sind nur einige Kernpunkte der Vorstellungen der Sozialdemokraten, die sich teilweise auch bei den Grünen finden. Allein die Stabilisierung des Rentenniveaus könnte bereits 2021 mehr als 1,3 Mrd. € kosten, warnt die Deutsche Bank. Ab 2030 würden sich die jährlichen Kosten auf mehr als 23 Mrd. € summieren, was unser Sozialsystem sprengen würde, so die Banker.
  • Wer sich für eine existenzsichernde Rente einsetzen möchte und einen Überblick sucht, was in der ver.di-Aktionswoche zur Rente gelaufen ist, der ist auf der Kampagnenseite unserer Gewerkschaft richtig. Dort finden wir Ansprechpartner, Infos zu Aktionen, einen Rentenrechner und Zahlenmaterial.  
  • Voriges Jahr musste die Deutsche Rentenversicherung insgesamt 288 Mrd. € auszahlen. Das war ein Mehr von rund 4 % gegenüber 2015. Das Blatt „Focus“ zieht mit Blick auf die steigende Lebenserwartung und festgeschriebene Rentenbeiträge in Zweifel, dass die Renten weiter sicher seien. http://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/rente
  • Hamburg wird die gesetzliche Krankenversicherung für Beamte öffnen. Damit könnte es der Bürgerversicherung den Weg bereiten.
  • Nur in den USA werden noch mehr klinische Studien von Pharma-Unternehmen durchgeführt als hierzulande. Die Bandbreite hiesiger Tests reicht von ambulanten Studien für 50 € bis zu mehrwöchigen Klinikaufenthalten.

 

 

 

pits Wochenschau

 

33-17

 

  • Beizeiten vor der Bundestagswahl hat SPD-Bundestagsfraktionschef Thomas Oppermann einer Koalition mit der Linkspartei eine Absage erteilt  – „die sei noch weit von der Regierungsfähigkeit entfernt“. Gleichzeitig sprach er sich, das erfreulicherweise, gegen eine Fortsetzung der Koalition mit der Union aus. „Inzwischen stoßen wir bei der Union auch an ihre ideologischen Grenzen.“

  •  „Ja, sie ist vertrackt, die Lage der deutschen Sozialdemokraten“, konstatiert Holger Schmale, Kolumnist der „Berliner Zeitung“. Und verwies auf sensationelle Wahlergebnisse der „sozialdemokratischen Familie“ in Westeuropa, von denen derzeit die Genossen der SPD derzeit nur träumen können. Dabei hätte deren Kanzlerkandidat doch mal kurz gezeigt, dass es „für einen echten Politikwechsel … Potential“ gibt.

  • Ob Mindestlohn, Rentenpaket oder Reformen bei Gesundheit und Pflege die Bundesregierung hat in der laufenden Legislaturperiode wichtige sozialpolitische Weichen neu gestellt. Über Inhalt und Kosten informiert der Sozialbericht 2017, den das Kabinett nun beschlossen hat. Der Sozialbericht 2017 bietet auf knapp 300 Seiten einen Überblick über alle Reformen mit sozialpolitischem Bezug in der 18. Legislaturperiode. Im Fokus stehen nicht nur „klassische" Bereiche der Sozialpolitik wie Rente, Gesundheit oder Arbeitsmarkt. Auch über Aspekte der Familienpolitik oder Integration und Migration wird berichtet. 
  • Der DGB begrüßt die Absicht der SPD, das Rentenniveau umgehend auf dem heutigen Niveau von 48 % zu stabilisieren. Das fordern die DGB-Gewerkschaften in ihrer Kampagne als ersten sofort umzusetzenden Schritt, dem in einem weiteren Schritt, wenn es nach den Gewerkschaften geht, eine Anhebung folgen soll, etwa auf 50 %. „Schon mit der ... Stabilisierung des Niveaus wird die Leistungsfähigkeit der Rente wieder in den Mittelpunkt gestellt. Das ist dringend notwendig, auch um das Vertrauen der jungen Generation in die gesetzliche Rente wieder zu stärken. Dafür bedarf es aber auch einer langfristigen Orientierung über das Jahr 2030 hinaus.“
  • Die 71 Mio gesetzlich Versicherten können, anders als erwartet, auch im kommenden Jahr mit stabilen Beiträgen rechnen. Die Vorsitzende des KK-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer, offenbarte, die sehr gute Finanzentwicklung würde dazu führen, dass „der durchschnittliche Beitrag 2018 stabil bei 25,7 % liegen“ würde. 
  • Die Eigenanteile bei den Kosten für die Heimpflege unterscheiden sich je nach Bundesland teils erheblich, wie aus einer Information hervorgeht, die die Bundesregierung auf Anfrage der LINKEN im Bundestag veröffentlicht hat.
  • In Deutschland leben aktuell ca. 82,8 Mio Menschen. 44 Mio (53 %) werden laut „Еpochtimes" als regulär beschäftigt ausgewiesen. Aber nur 27 Mio seien Nettosteuerzahler, zahlen also mehr an Steuern und Abgaben als sie an staatlichen Transfers beziehen. Alle anderen werden entweder vollständig getragen (kleine Kinder, Schüler, Studenten, Arbeitslose, Erwerbsunfähige, Rentner) oder zum Teil (Niedrigverdiener, weniger Produktive). Von den 27 Mio Produktiven seien aber rund 12 Mio direkt oder indirekt vom Staat abhängig (Staatsbedienstete, Lehrer, Professoren, Richter etc.). So eine Bilanz zieht eine bereits 2007 als Buch erschienene preisgekrönte Abhandlung „Das Kartenhaus der Erkenntnis. Warum wir Gründe brauchen und weshalb wir glauben müssen." 2012 kam eine zweite Auflage heraus. Siehe Blog: https://juergenfritzphil.wordpress.com/

 

  

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„Was mich am Tod vor allem schreckt, ist die Gewissheit, nicht mehr die Zeitungen des nächsten Tages lesen zu können." Sagte Marcel Reich-Ranicki, zu Lebzeiten vielfach als Literaturpapst tituliert.

 

„Wer soll sagen, wer schuld ist, wenn nicht der Kabarettist?“ Fragt Josef Hader, der Österreicher.

 

Maybritt Illner sagt nach jeder ihrer Sendungen (ZDF) aus gutem Grund: „Bleiben Sie heiter - irgendwie!"

 

Heiter bleiben, aber immer wieder auch zornig werden! Dazu rät Georg Schramm, der Systemkritische unter den Kabarettisten.

 

Eine der häufigst gebrauchten Redensarten meint: „Spaß beiseite!" Das gerade nicht!

 

 

Witz der Woche 

 

Was ist Optimismus?

Optimismus ist, wenn ein 95-jähriger zur Vorsorgeuntersuchung geht.“

– Ein Joke des unvergesslichen Dieter Hildebrandt.

 

  

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