pits aktuelle Kommentare - 2016/4

 

 

 

 

 

24-16

Extraknüller" der Rentendebatte

 

Bei gelegentlichem Blättern in meiner reichhaltigen Sammlung von Zeitungsartikeln finde ich solche besonderen Knüller..

 

Manches davon  erheitert, anderes fordert den Wutbürger heraus, all das regt mich jedenfalls an, bestärkt, in meiner Weise weiter zu arbeiten, Partner zu unterstützen, Kontrahenten gebührend anzugehen.

 

 

Die ver.di-Mitgliederzeitung PUBLIK hat schon vor langem mit Hilfe eines Kabarettisten Lichter aufgesteckt, die wegleitend sein können im Dickicht kontrovers geführter Debatten. Regierende Sozialpolitiker sah der zielstrebig auf immer noch mal gekürzte Altersbezüge oder ein Renteneintrittsalter irgendwann zusteuern. Wem`s nicht passt, der könne dagegen streiken. Aber wie soll das gehen ohne Arbeitsplatz?

 

Als „sozial verträgliches Ablebensalter" wird mittlerweile 79 gesehen.

 

Ein Kommentator von „Neues Deutschland" befasste sich mit „unappetitlichen Versuchsballons" der Unternehmerverbände in der Art einer „Acht-Tage-Woche bei 25-Std-Tag im urlaubsfreien 53-Wochen-Jahr". Womit er nur drastisch zuspitzt, was in einem Spiel ohne Rücksicht „Wer hilft mit, Rente sparen?" zusammenkommt. In K16-16 „Arbeiten bis 100" habe ich darüber geschrieben.

 

Die Bundesbank empfiehlt eben die Rente ab 69. Das nennt SPD-Chef und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel verwegen „eine bekloppte Idee".

 

Mein Kommentar 22-16 „Rente ab Lebensende?" hat dergleichen glossiert, mit dem Hinweis: CDU-Vertreter haben laut „Вerliner Zeitung" (23.4.) bereits gefordert, „das gesetzliche Rentenalter quasi automatisch mit der steigenden Lebenserwartung klettern zu lassen".

 

Ich fand auch so eine Nachricht im Web: „Aus einer Datenauswertung geht hervor, dass jeder fünfte Deutsche verstorben sein wird, ehe er jemals einen Euro aus der Rentenkasse erhalten hat. In Deutschland sterben jedes Jahr hunderttausende Menschen vor dem Eintritt in die Rente."

 

 

 „Als erstes müsste wieder wirklich bis 65 gearbeitet werden" dämpfte schon frühzeitig „Neues Deutschland" (15.8.2005) über die Angelegenheit erregte ernste Gemüter.

  

 

An die Idee einer Leserbriefschreiberin der „Berliner Zeitung" sei noch zeitgerecht erinnert: „An Weihnachten jeweils große Sonderauslosung von zusätzlichen Rentenmonaten oder als Sofortgewinn kostenlose Sterbehilfe (falls bis dahin sanktioniert) und ein kostenloses Begräbnis erster Klasse." (18./19. 2.2006)

  

 

Nicht dem eben wieder gefeierten Tag der Deutschen Einheit gewidmet war der faire Vorschlag, die Renten der alten Wessis an die der Ossis anzugleichen. Was dem als sparwütig geltenden Finanzminister weitere Milliarden einbrächte.

 

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Gar nicht lustig findet Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander die jetzt mit Nachdruck betriebenen Forderungen der Gewerkschaften nach einem höheren Rentenniveau. Weil: die „können eine brandgefährliche Dynamik erzeugen". -- „Neues Deutschland", 2. 8.2016)

 

Daran ist ja auch das Projekt einer „Lebensleistungsrente", schon von Ursula von der Leyen (CDU) in der vorigen Legislatur vorgebracht, bisher gescheitert.

 

1.10.2016

 

 

 

 

 

25-16

Rente ab 70  –  auf zu neuem Kräftemessen!

 

 

Es sind „Experten", die das fordern, immer wieder mal. Die kennzeichnet großenteils ihre „Wirtschaftsnähe". Das Soziale ist nicht ihr Ding. Freilich ist für sie der Renteneinstieg mit 70 nur ein „Zwischenschritt". Schlimmer geht es immer.

 

 

 

Dem Wirtschaftsflügel schließt sich bei dem Thema vornehmlich die „Junge Union" an. Da werden verbreitete Sorgen und Zweifel junger Leute an der Belastbarkeit der Rentenkassen angesprochen, bis hin zur Frage „Können wir überhaupt noch mit Renten rechnen?" Was – gewollt – Anbietern „privater Vorsorge" Zulauf verschaffen mag. „Ei der Daus!" Die Argumente ähneln denen von AfD-Rednern.

 

 

 

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Ein alter Propagandist der Rente ab 70 ist der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, er hat sie schon 2005 befürwortet, da mit der Nebenbemerkung: „Als erstes muss wieder bis 65 gearbeitet werden." Und mit dem verbindlichen Zusatz: „Die Rente mit 70 sollten wir denen ermöglichen, die freiwillig länger in Arbeit bleiben wollen."

 

Genau das geschieht inzwischen weithin. Und es widerfährt nicht nur denen, für die es ein Herzenswunsch ist. Ende 2015 übten bereits 943.000 ab 65 Jahren eine sogenannte geringfügige Beschäftigung aus. Damit hat sich K05-16 befasst: „Bis zum Ende ein inhaltvolles, erfülltes Leben" – Link

 

 

 

Eindringlich und dabei einfühlsam argumentiert auch der Handwerkspräsident:

 

Wer kann, soll bis 70 arbeiten, viele Ältere seien noch fit, und wenn sie nur halbe Tage arbeiten, ihre Erfahrung kann uns helfen. Einzelne Betriebe müssen schon heute Aufträge ablehnen, weil Ihnen Fachkräfte fehlen."

 

Das Tempo der demografischen Entwicklung sei schlicht unterschätzt worden, verbreiten „Deutsche Wirtschaftsnachrichten", FOCUS, 8/2013

 

 

 

Bürger Thomas Wohlzufrieden fragte am 21. April 2016 nach erlittenem Schock am Fernseher bei der ARD-Nachrichtenredaktion an, diese hielt fest:

 

Hat Schäuble den Knall nicht gehört? Rente ab siebzig, und Arbeitslosigkeit ab 45, aber nach fünf Jahren MdB eine Superrente, die normale Arbeitnehmer nie erreichen können. Ich hoffe, dass CDU/SPD bei den nächsten Wahlen der Laden so richtig um die Ohren fliegt."

 

Der sagt am Ende, was die Finanzwelt vom Bundesfinanzminister erwartet.

 

Der Internationale Währungsfonds hat Deutschland zu weiteren Reformen aufgefordert, sich dabei ausdrücklich für ein späteres Renteneintrittsalter ausgesprochen.

 

Doch die SPD-Sozialministerin ist den Gedankenspielen in der Union, die ihren Ministerkollegen bestärken, frühzeitig entgegengetreten:

 

Rente ab 70? Nicht mit Nahles!" meldete auch die ARD-Tagesschau. – Link     

Das steht nicht zur Debatte" heißt es da unter Bezug auf eine Sprecherin des Ministeriums.

 

Zerbricht etwa gar daran die Koalition? Macht sich die SPD da endlich stark?

 

15.10.2016

 

 

 

 

 

26-16

Gesellschaftliche Gereiztheit"

 

Das ist das Stichwort – in der Art einer medizinischen Indikation – mit dem der Soziologe Heinz Bude die derzeitige allgemeine Stimmungslage charakterisiert. Deren zentrales Problem sei das „Gefühl der verbauten Zukunft". Solch Empfinden diagnostiziert er bei enttäuschten Sozialdemokraten, verstummten Christdemokraten, biodeutschen Territorialisten ... . Der Professor für Makrosoziologie an der Universität Kassel, dem die „Berliner Zeitung" (11.3.16) bescheinigt, oft gesellschaftliche Debatten angestoßen zu haben, rät den Politikern, nicht den Kontakt zu den „Verbitterungsmilieus" zu verlieren.

 

 

 

Unter Gewerkschaftern sollte man da eigentlich mittendrin sein. Doch „hüte dich vor Hoffart", hat ein Pastor Müller der Berliner Segenskirche mir als Konfirmanden, zeitigem linken Rebellen, schon geraten. Aus seinen Predigten sprach ein Gemeinschaftssinn, der heutigem Bemühen um Bürgernähe in meinem Stadtbezirk nicht ganz unähnlich ist.

 

 

 

Bürgernahe Politik gegen „gesellschaftliche Gereiztheit", so würde ich die Therapie etikettieren, die angesagt ist, hier und überall, in Deutschland, EU-Europa ... und nicht als Gedöns abzutun, wo sich Akteure so artikulieren.

 

 

 

Neuerdings besorgt die Bundeskanzlerin ein „Vertrauensverlust" der Medien. Es müsse unruhig stimmen, dass sechzig Prozent der BürgerInnen laut Umfragen wenig oder gar kein Vertrauen in die Medien bekunden. So habe sie sich bei einer CDU-Themenveranstaltung „Medianight" der Parteizentrale geäußert. Was nicht bedeutet, dass da bloß mangelnde Resonanz der eigenen Partei ausgemacht wird.

 

Die dürfte die mit ihren unablässigen Beschwörungen, Deutschland ginge es gut, Kritiker geradezu provozieren.

 

 

 

Mehr oder weniger versuchen alle demokratischen Parteien sich auf jene einzustellen, die als Scharfmacher ausgemacht sind, darunter neuerdings als „Reichsbürger" auftretende, die frech die Legitimität des bundesrepublikanischen Staatswesens in Zweifel ziehen, bei denen vom Brandenburger Innenministerium sogar „eine hohe Affinität zu Waffen" ausgemacht worden ist.

 

 

 

Ganz und gar fragwürdig ist, ob Bemühen um Ruhigstellung der Akteure, Beschwichtigung sachdienlich ist.

 

 

 

Zweifel beziehen sich auch auf „Dämpfungsversuche" in anderer Richtung, etwa die Warnung des SPD-Bundestagsfraktionschefs Thomas Oppermann, beim Thema Rente in einen „Überbietungswettbewerb" einzutreten.

 

Auch auf den Einwand der Bundeskanzlerin gegen die Rentenkampagne des DGB, damit würden die Gewerkschaften ungewollt die AfD unterstützen. – SPIEGEL

 

 

 

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Dazu noch ein Satz des Bundesinnenministers Thomas de Maizière im Interview mit der „Berliner Zeitung" (20.10.):

 

Dass wir jetzt wieder streitiger diskutieren, bezeichnen viele als Gefährdung der Demokratie – ich nicht!"

 

1.11.2016

 

 

 

 

 

27-16 

Uns jeit et jot"

Das beschwören singend die Paveier im nun wieder begonnenen Karneval. Übersetzen das Schönreden der Kanzlerin ins Köllsche.

Muss man das nicht der Pfarrerstochter gutschreiben, wenn da noch die Liedzeile kommt: „de lieve Jott het dich jeschickt"?

So himmelt sie freilich ihr Koalitionspartner nicht an, von der Opposition mal zu schweigen.

 

Auf der Kölner Straße sagt jemand mit Trump-Maske ins Mikrophon des ARD-Reporters:

We make Karneval great again."

Solch Auftritt scheint wie gemacht für den Karneval.

Nur das?

Trump ist doch `ne Witzfigur, hört man von Karnevalsgästen.

 

Polka, Polka, Polka ..." tönt eine andere Singegruppe im WDR-Programm.

 

Aus dem rheinischen droht ein schweinischer Kapitalismus mit eigener Sozialstruktur zu werden," schwante vor Jahren schon dem Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge mit Blick auf Veränderungen in Großstädten, auf Massenarmut, Slums, Straßenkriminalität, Brutalität. Das reflektiert in seiner Weise nun auch der Karneval.

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Eben vermischen sich solche Impressionen mit denen vom US-Präsidentschaftswahlkampf. Die US-Eliten als Opfer ihrer eigenen Verblendung. Auch die Journalisten dort sahen nicht, was die Menschen eigentlich bewegt. Und geben sich so vom Wahlergebnis weithin überrascht.

Hiesige Soziologen machen da nun „starke Meinungsströme" aus, die nicht von den etablierten Parteien abgebildet werden. Massen von „Abgehängten", wie sie hier die AfD nennt, zunehmend auch von Hasspredigern beeindruckt.

 

In diesen Jahren gibt es Signale, die wahrgenommen werden müssen. Diesen ungeachtet weiterzumachen, kann sich rächen, wie die US-Wahlen demonstrieren. „Allet halb so schlimm, wenn wir zesamme sin", singen Karnevalisten. Damit haben sie freilich Recht.

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Das Gemeinwohl muss öffentlich erstritten werden", ist eine Maxime von Gesine Schwan, Vorsitzende der Grundwertekommission der SPD, 2004 und 2009 Kandidatin der Partei für das Amt des Bundespräsidenten. Sie rät uns dringend: „... als Bürger noch kritischer zu reagieren", das täte auch der Glaubwürdigkeit demokratischer Parteien gut. Deren Fraktionen im Bundestag sie einem „Speckgürtel von Lobbyisten" umgeben sieht.

 

Der altgediente ARD-Meinungsmacher Fritz Pleitgen überraschte eben in der Sendung „hart aber fair" mit Selbstkritik und der Einsicht, dass es um unser Land gar nicht so gut steht, dass hierzulande „eine Armut um sich greift, die wirklich schlimm ist"

15.11.2016 

 

 

 

 

 

 

28-16 

Gute Pflege ist ein Menschenrecht"

 

 

Mit dieser Losung wirbt das breit aufgestellte „Bündnis für gute Pflege" – Gewerkschaften und Sozialverbände sind dabei – um „Perspektiven für eine bessere Pflege in Deutschland".

Der Bedarf an Altenpflege in der alternden Gesellschaft wächst rasant. Zugleich ist Pflege ein facettenreiches Angebot auf dem Markt der Dienstleistungen, solche Dienstleistungen sind einträgliche Waren.

 

So heißt es in dem Werbeblatt des Bündnisses verständnisheischend:

Gute Pflege hat ihren Preis."

 

Womit anklingt, dass staatliche Pflegeversicherung keine Vollkasko-Angelegenheit ist.

Ver.di fordert jedoch die Vollversicherung in der Pflege.

 

Die Situation lädt phantasiebegabte Anbieter dazu ein, sich einfach „marktgerecht" zu verhalten, Möglichkeiten „auszureizen" mit besonderen Angeboten zu besonderen Preisen. Private Pflegeversicherungen erbieten sich, dazu Spielräume zu erweitern. Beamte sind auf diese verwiesen.

Pflegestützpunkte in Wohnortnähe bieten notwendige unabhängige Beratung. Wo es sie gibt. Das trifft nicht für alle Bundesländer zu, in Sachsen und Sachsen-Anhalt fehlen sie ganz, Berlin kann sich Zehntausende Beratungen im Jahr zugute halten, die die Ratsuchenden weithin zufriedenstellen – ein großes Plus, zumal die öffentliche Darstellung die ohnehin mit Unsicherheiten beladene Situation für die Leidenden und ihre Angehörigen zum Horror machen kann.

Bundesweit setzen Altenheime vermehrt sogenannte Betreungsassistenten ein, angelernte Helfer, für Aufgaben, die ausgebildete Kräfte erfordern, berichtete die „Welt am Sonntag" auf Grund eigener Recherchen – dpa.

Man erfährt gar von organisierter Pflegekriminalität, von Pflegediensten, die Patienten bestechen, um gemeinsam bei Pflegekassen und Sozialämtern „abzukassieren". – „Berliner Morgenpost", 1.5.2016

2014 ist gegen 145 der rund sechshundert Berliner Pflegedienste polizeilich ermittelt worden. Der Sozialstadtrat von Berlin-Mitte Stephan von Dassel wird von der „Berliner Zeitung" so zitiert: „Pflegebetrug ist lukrativer als Drogenhandel, nur nicht so gefährlich für die Täter." – 20.4.2016

 

Betrug in der Pflege muss nicht bedeuten, dass die zu Pflegenden davon fühlbar betroffen sind. Das hat auch der Pflege-TÜV kaum bewirkt. Wo es um die Qualität der Pflege geht, wird nach der Ausstattung der Einrichtungen mit Pflegekräften gefragt, nach diesbezüglichen gesetzlichen Regelungen, angemessener Finanzierung, Entlohnung entsprechend der Qualifizierung. Dazu hat ver.di vom Fachbereich Pflege und Gesundheit der Hochschule Fulda ein Gutachten erstellen lassen mit Kernaussagen wie der zu der Anzahl direkter Pflegeleistungen je Pflegekraft unterschiedlichen Qualifikationsniveaus.

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Das Bundesgesundheitsministerium will sich dafür einsetzen, dass Abrechnungsbetrug in der Pflege konsequenter verfolgt wird. Patienten müssen sicher sein können, dass die zur Verfügung stehenden Mittel tatsächlich für die Pflege eingesetzt werden, sagte ein Sprecher des Ministeriums in einem Pressegespräch. Regionale Schwerpunkte krimineller Machenschaften gäbe es Berichten zufolge in Berlin, Niedersachsen und Bayern.

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, appelliert an die Mitwirkung der Pflege-Wohngemeinschaften und der Pflegeheime bei der Kontrolle.

 

 

20.11.2016

 

 

 

29-16 

Irritierendes um die KV-Beiträge

  

Natürlich ist deren Höhe auch für den gut gesetzlich versicherten Rentnerhaushalt nicht ganz unerheblich. Nicht nur „Knickstiefel" unter uns Alten streiten für Beitragsparität.

Die ist von jeher ein sozialpolitisches Anliegen, wenn auch allein deren Verweigerung kaum Altersarmut verschuldet.

 

2011 hatte das Statistische Bundesamt nach einem Defizit der Sozialversicherungen (Kranken-, Unfall-, Renten- und Pflegeversicherung zusammen) ein sattes Milliardenplus gemeldet. Im Frühjahr 2016 hatte die Bundesregierung angesichts von Warnungen um den Kassenstand Besorgte durch Teil-Übernahme der KV-Beiträge für Hartz-IV-Empfänger beschwichtigt (monatlich 90 €, Fehlbetrag über 6 Mrd). Das Gesundheitsministerium ließ wissen, es werde die Reserven des Gesundheitsfonds nutzen, um 2017 für Flüchtlinge zusätzlich etwa 1,5 Mrd. € zur Verfügung zu stellen.

 

Dann der Schock für die Versicherten: „Kassen sagen Beitragssprung für 2018 voraus" – „Berliner Zeitung", 3.11.2016.

Neues Deutschland" detaillierter: „... Krankenkassen warnen Versicherte vor steigenden Zusatzbeiträgen".

Kommentar: „Es ist offenkundig. Dass niemand in der Bundesregierung daran denkt, die Zusatzbeiträge für Krankenversicherte wieder abzuschaffen. ... So können alle Akteure im Gesundheitswesen das beitragsfinanzierte System ausbeuten, ohne zusätzliche Ausgaben befürchten zu müssen: Pharmafirmen, Hilfsmittelhersteller, Apotheker, Ärzte, Therapeuten – gern unter dem Namen Leistungsträger zusammengefasst. Sie alle können ihre Leistungen teurer machen und ausweiten. Die Versicherten zahlen, die Arbeitgeber sind raus." - 15.7.2016

 

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Solche Impressionen vermischten sich mit denen vom US-Wahlkampf. Auch die Journalisten dort sahen nicht, was die Menschen bewegt. Und gaben sich dann vom Wahlergebnis weithin überrascht. Hiesige Soziologen machten dort dann „Meinungsströme" aus, die nicht von den etablierten Parteien abgebildet werden. Massen von „Abgehängten", wie sie hier die AfD nennt, zunehmend auch von Hasspredigern beeindruckt.

 

Seit einer Reihe von Jahren gibt es Signale, die endlich wahrgenommen werden müssen.

 

Diesen ungeachtet immer weiterzumachen, kann sich rächen, wie die US-Wahlen demonstriert haben.

 

Allet halb so schlimm, wenn wir zesamme sin", singen jetzt wieder Karnevalisten. Damit haben sie freilich Recht.

______

 

Das Gemeinwohl muss öffentlich erstritten werden", ist eine Maxime von Gesine Schwan, Vorsitzende der Grundwertekommission der SPD, in den Jahren 2004 und 2009 Kandidatin der Partei für das Amt des Bundespräsidenten. Sie rät uns dringend: „... als Bürger noch kritischer zu reagieren", das täte auch der Glaubwürdigkeit demokratischer Parteien gut. Deren Fraktionen im Bundestag sie von einem „Speckgürtel von Lobbyisten" umgeben sieht.

 

Seit einer Reihe von Jahren gibt es Signale, die endlich wahrgenommen werden müssen.

 

Diesen ungeachtet immer weiterzumachen, kann sich rächen, wie die US-Wahlen demonstriert haben.

 

Allet halb so schlimm, wenn wir zesamme sin", singen jetzt wieder Karnevalisten. Damit haben sie freilich Recht.

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Der altgediente ARD-Meinungsmacher Fritz Pleitgen überraschte kürzlich in der Sendung „hart aber fair" mit Selbstkritik und der Einsicht, dass es um unser Land nicht so gut steht, dass hierzulande „eine Armut um sich greift, die wirklich schlimm ist".

 

Das soziale Netzwerk attac fordert

Zuzahlungsfreie, umfassende und gerechte Gesundheitsversorgung für alle".

www.attac.de/sozsich

 

1.12.2016

 

 

 

 

 

30-16 

 

Übles Spiel zum Thema Rente

 

 

Die Bürger gehen im Schnitt mit 64 in Rente." Das verlautete von der Deutschen Rentenversicherung. Von den Bürgerinnen war da nicht besonders die Rede, was für „Systemkritiker" wohl schon verdächtig ist.

 

Denn schließlich findet man auch so eine Aussage im Netz:

 

Aus einer Datenauswertung geht hervor, dass jeder fünfte Deutsche verstorben sein wird, ehe er jemals einen Euro aus der Rentenkasse erhalten hat. In Deutschland sterben jedes Jahr hunderttausende Menschen vor dem Eintritt in die Rente."

 

Verrückte Zeiten sind das!

 

 

Die Bundesbank empfahl erstmal die Rente ab 69, kurz darauf ab 73. Aus Rücksicht auf die Rentenkasse. Rücksichtslose Rücksicht, paradox! Das nennt SPD-Chef und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel so geharnischt wie treffend „eine bekloppte Idee".

Mein Kommentar 22-16 „Rente ab Lebensende?" hat das glossiert, mit dem Schlenker: CDU-Vertreter hatten laut „Вerliner Zeitung" (23.4.) bereits gefordert, „das gesetzliche Rentenalter quasi automatisch mit der steigenden Lebenserwartung klettern zu lassen".

 

Doch auch bei Frauke Petry (AfD) sollen die Bürger in Deutschland länger als bisher arbeiten und zudem Einschnitte bei den Renten hinnehmen. „An einer weiteren Verlängerung der Lebensarbeitszeit führt kein Weg vorbei", sagte sie der „Welt am Sonntag". Außerdem werde man „vermutlich über eine Kürzung der Renten reden müssen". Dies sei brutal, aber unabdingbar. Sozial ist diese Partei doch wohl nicht!

 

Gleichzeitig berichtete BILD über abschlagsfreie Rente ab 56 für Abgeordnete. Ungerecht? „Sie können doch Abgeordnete nicht mit normalen Angestellten vergleichen", schimpfte CSU-Innenexperte Hans-Peter Uhl (71).

Die Begründung des Politikers: Einem Abgeordneten drohe schließlich regelmäßig die Abwahl. So schrieb das Blatt, dessen Reporter sich dazu in den Gängen des Bundestages umhörte. Link

 

 

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Die halbe Rente geht komplett für Miete drauf." Das müssten alle Schichten diskutieren. So die Teilnehmer der WDR-Sendung „Ihre Meinung", moderiert von Bettina Böttinger. „Ich habe es satt zu hören, wie gut es die Politiker machen. Wir brauchen ein bißchen Trump." Die Stimmung zeigte, es brodelt.

Link 

 

Die Rede war in meiner Nachbarschaft von einem Spaßvogel, der riet einem Unzufriedenen:

Gehen Sie doch mal in das Wahlkreisbüro ihres Wahlkreises und lassen Sie sich da Ihre Rentenberechnung beglaubigen!"

 

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Die Bundeskanzlerin konstatierte dieser Tage bei einer Veranstaltung in ihrer Berliner Parteizentrale einen Vertrauensverlust der Medien, der unruhig stimmen muss".

Der Medien? Das ist eindeutig zu kurz gegriffen.

15.12.2016

 

 

 

 

01-17 

 

Sozialer Frieden?