pits aktuelle Kommentare 2018

08-18

 

Pflege als profitables Geschäft,

das es doch wohl zu vermasseln" gilt

 

 

Raubritter" der Pflege macht der Blog gesundheit-soziales.verdi.de unter deren Finanzinvestoren aus. Aus viel Geld noch mehr Geld machen – und zwar schnell! Das ist deren Devise.

 

Der wunde Punkt" sei für die privaten Unternehmen die Mitbestimmung der Beschäftigten in den Einrichtungen. Erfolgreich agiert da der Betriebsrat des Helios-Klinikums Salzgitter, Deutschlands größter privater Klinikbetreiber. Er hat bei Gericht erwirkt, dass das Unternehmen erhebliche Ordnungsgelder für Verstöße gegen Mitbestimmungsrechte zu zahlen hatte. Da konnte sich Helios überlegen, ob das Geld nicht doch besser in zusätzlichem Personal angelegt ist, mit dem dann auch die Versorgung der Patienten besser funktioniert".

 

 

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Mit Pflegeheimen lasse sich reichlich Profit machen, urteilte Springers WELT" bereits 2015, und neues deutschland" erinnerte unlängst daran (17.2.2018).

 

Geschäftsmodell sei, kostenträchtige Leistungen zu reduzieren und gewinnträchtige zu maximieren, subsumierte eine Attac-Studie zu den sozialen Sicherungssystemen. Langzeitpflege sei mittlerweile der am besten marktwirtschaftlich ausgerichtete Sektor im deutschen Gesundheitswesen. 

 

Die Süddeutsche Zeitung" vom 28. März dieses Jahres berichtete über Betrügereien Geschäftstüchtiger" in der Pflege , deren Dimension schon Experten beunruhige.  

 

Das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen hat den Kollegen in Bayern im vergangenen Jahr eine Liste mit bundesweit mehr als 200 verdächtigen Pflegediensten zukommen lassen, bei denen nicht auszuschließen ist, dass auch organisierte Kriminalität im Spiel sein könnte. Zwölf der aufgelisteten Unternehmen – es handelt sich um sogenannte russische Pflegedienste – haben ihren Sitz im Freistaat.

 

  

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In kirchlichen Einrichtungen lässt sich auf das Wirken von Karl Kardinal Lehmann und seine Botschaften als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz verweisen, seine Plädoyers an die kirchlichen Beratungsstellen für das Soziale, die Familien, deren Leistungen immer noch unzureichend gewürdigt werden.

  

 

Die sozialistische Publizistin Daniela Dahn sieht all das von ihren Grundsätzen her:

 

 

 

Wir haben einen Staat, der für den Missbrauch durch die Reichen geschaffen ist. Als Eigentümer gerät dieser Staat ständig in Rollenkonflikte. Es gilt als antiquiert, in die operative, privatwirtschaftliche Geschäftsführung einzugreifen. Mit der Folge, dass es für die Beschäftigten ohne Belang ist, ob sie in einem staatlichen Betrieb arbeiten oder nicht. ...Dieser irrationale Mechanismus ist durch Reparaturen am Rande nicht zu beheben."

 


Die SPD betreibe Investorenschutz" verkürzte neues deutschland", 17.2.2018.

 

  

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Noch ein Zitat:

  

Bewahre uns der Himmel vor dem Verstehen. Es nimmt unserem Zorn die Kraft, unserem Hass die Würde, unserer Rache die Lust und unserem Erinnern die Seligkeit."

 

Arthur Schnitzler