pits aktuelle Kommentare - 2018/3

 

03-18

 

Altenpflege Thema bei Regierungsbildung

 

 

Die drei dazu sondierenden Parteien wollen die Bezahlung in der Altenpflege nach Tarif stärken. „Gemeinsam mit den Tarifpartnern wollen wir dafür sorgen, dass Tarifverträge in der Altenpflege flächendeckend zur Anwendung kommen", heißt es.

  

Weitere geplante Maßnahmen: eine Ausbildungsoffensive, Anreize für eine bessere Rückkehr von Teil- in Vollzeit, ein Wiedereinstiegsprogramm, eine bessere Gesundheitsvorsorge für die Beschäftigten sowie eine Weiterqualifizierung von Pflegehelfern zu Pflegefachkräften.

  

Wir wollen in einer konzertierten Aktion Pflege eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Situation in der Altenpflege erreichen. Dazu gehören insbesondere Angebote in der Kurzzeit- und Verhinderungspflege sowie in der Tages- und Nachtpflege, die besonders pflegende Angehörige unterstützen. Deren Situation wollen wir auch durch einen besseren Zugang zu Rehabilitationsleistungen verbessern."

 

Einig waren sich die Verhandlungspartner darin, dass dem Sofortprogramm weitere Schritte folgen müssten.

„Deshalb entwickeln wir verbindliche Personalbemessungsinstrumente, auch im Hinblick auf die Pflegesituation in der Nacht.“

   

Der DGB begrüßt die - lange geforderten - Maßnahmen für eine Verbesserung der Personalsituation in der Pflege. Die mit den notwendigen Verbesserungen einhergehenden Mehrausgaben im Teilleistungssystem der sozialen Pflegeversicherung mit seinen gedeckelten Leistungen bedeuten jedoch automatisch höhere Kosten für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen. Der Eigenanteil der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen steigt daher vielerorts um mehrere hundert Euro und überfordert viele Menschen massiv. Infolgedessen können sich viele Pflegebedürftige die steigenden Eigenanteile nicht mehr leisten und sie fallen in die Sozialhilfe (Hilfen zur Pflege).

 

Statt die Menschen in Armut zu stürzen, sollten durch eine Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze, die Verbeitragung von Kapitaleinkünften sowie die Finanzierung gesamtgesellschaftlicher Aufgaben über Steuermittel die Mehrkosten finanziert werden.

 

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Immer wieder geht es hier in pits Wochenschau wie in Kommentaren um Geldsorgen der Pflegebedürftigen und der Pflegeeinrichtungen. Da werden auch dramatische Situationen beschrieben. So von Thomas Hartl, 49 Jahre alt, seit der Geburt schwerbehindert, der von Pflegekräften schreibt, die sich liebevoll und intensiv um ihn gekümmert haben, und sieht, dass der Pflegenotstand sie hindert, sich noch mehr um ihn und andere Patientinnen und Patienten zu bemühen. Er fragt, wird sich das nun spürbar ändern?

8.2.2018